Am 24. September 2012 luden die BöFis (Böttcher und Fischer von R.SA) zur „Die Messe der Autos von gestern“ nach Chemnitz ein. Scheinbar war es der erste Versuch, solch eine Veranstaltung durchzuführen. Natürlich nutzten einige sächsische LADAisten die Möglichkeit, daran teilzunehmen und ihre Schmuckstücke zu präsentieren. Ich kam mit dem Zug aus Dresden angereist, dann noch paar Haltestellen mit dem Bus und schon war ich da. Ohje, waren viele Leute sowie auch ausgestellte Fahrzeuge vor Ort.

 

Was war da mein erster Gedanke? Natürlich – ab zu den LADAs und den LADAkollegen! Und schnell wurden sie gefunden. Die Modellpalette war relativ gut gemischt gewesen. Es standen da: 2101, 2102, 2103, 21044, 2105 BOHSE-Star Umbau, 2106, 2107 mit Wohnwagen, 2108 und ein schöner 1600er Niva mit Oldtimerzulassung als auch ein 21214er. Ich hoffe, ich habe jetzt kein Modell vergessen. Insgesamt war ich aber etwas enttäuscht, dass im Vergleich zur OMMMA in Magdeburg die LADAstückzahlen hier relativ gesehen etwas spärlich ausfielen. Aber daran wollte ich mir meine Freude natürlich nicht vermiesen lassen! Was habe ich natürlich bei den LADAs gemacht? Genau, erstmal mehrere Runden mit den guten alten Bekannten geplauscht, ein Paket für jemanden mitgegeben usw. Natürlich gabs dann wieder Kommentare, dass ich plapper wie ein Wasserfall. Aber das ist ja nichts Neues, wer mich länger kennt smile Um dem jedoch ein wenig vorzubeugen, startete ich mal los, um die „Konkurrenz“ zu begutachten. Viele Trabis und Wartburgs waren zu sehen. Bei den Trabis natürlich kein Wunder, da der ehemalige Trabantstandort nicht weit von Chemnitz war.

Bei einem 1.3er Wartburg Tourist erkannte ich sogar sofort die zwei Teile der Hutablage / Kofferraumabdeckung. Denn die hatte der Vater in seinem 2104er BJ 1988 ebenso drin. Natürlich gab es originale als auch sehr schön getunte Trabis oder Wartburgs. Der eine mehr oder weniger schön nach dem eigenen Geschmack. Faszinieren tut mich immer wieder der alte 311er Wartburg Kombi in rot und weiß. Davon gab es auch wieder zwei schöne Exemplare. Aber um die Schmuckstücke gescheit vor die Linse zu bekommen, gehörte viel Geduld dazu – bei den Menschenmassen kein Wunder. Wollte ja fast jeder seine Nase in den Motor- oder Innenraum stecken. Schwelgt ja der eine und andere an seine Erinnerungen aus seiner Jugend, dem Auto seines Vaters oder vielleicht an das erste eigene Auto? Vielleicht auch, dass das gute alte Ostvehikel vielleicht immer ein treuer Begleiter war?

Ging es schließlich in meinen Kinderjahren auch gute 8,5 Jahre lang mit dem Trabi über Sachsens und Brandenburgs Straßen wie auch regelmäßig zu den Verwandten nach Ungarn. Erinner mich noch zu gut daran, als wir uns freuten, dass der Trabi mal kurz die Tachonadel zur 100 wandern ließ! Und aufgrund der Tempobeschränkungen in den Ländern ist man selbt mit einem LADA nicht zu viel schneller.

Je nach Marke gab es manchmal sogar nur einen Vertreter wie den alten DACIA oder gar das einzige bekannte noch vorhandene Exemplar eines Horch Sachsenring P240 Kombis. Das man sowas nochmal zu Gesicht bekommt, ist sehr schön. Zumal ich dieses Fahrzeug bis dato gar nicht kannte. Der Besitzer hat sogar davon noch je ein Exemplar als Cabrio und Limousine. Schade nur, dass Cabrio und Limousine schwarz, der kombi jedoch hell gehalten ist. Das wäre doch ein super Bild gewesen. Leider hat der Besitzer nur den Kombi zu dieser Veranstaltung mitgebracht. Natürlich gab es auch einige Wolgas, Moskvichs, sogar Tschaika und ZIL-Staatskarosse als auch einen KRAZ-LKW und GAZ69. Also Russland bzw. die ehemalige Sowjetunion war gut vertreten gewesen.

Schön waren auch die Trabant 501er zu bestaunen, die sogar einen Anhänger aus dem gleichen Typ am Haken hatten und Wagen und Anhänger in gleicher Lackierung im Sonnenschein glänzen. Eine Besucherin hatte sogar eine zu einem Gespann gut farblich passende Jacke angehabt. Wie es der Zufall manchmal so will. Natürlich durfte das DDR-Dachzelt „Sachsenruh“ auf dem Trabant nicht fehlen. War es vielleicht das erste oder eines der ersten Autodachzelt gewesen. Mein Vater hätte sich so eins auch gekauft. Aber irgendwie war er da irgendwie ahnungslos, wo es hergestellt wird.

Natürlich gab es auch einige andere Vertreter im LKW- und Nutzfahrzeugebereich. Ob Ikarus 311 Bus, IFA W50, Robur und Barkas in verschiedenen Ausführungen oder auch der Framo Transporter. Viel Getummel war natürlich auch am Tschaika und dem ZIL 115. Vielen ist der ZIL ja nur als LKW bekannt. Aber wer ein LADAist ist und die alten Prospekte des NIVAs hat, weiß, dass es den ZIL 115 auch als Modellfahrzeug gab – richtig. Es gab auch einige Vertreter aus dem Zweiradbereich, zum Teil sogar in schönen (unterschiedlichen) Farbvarianten ausgestellt. Also da gabs wirklich damals schon richtige Schmuckstücke, wie ich finde. Später kam es dann noch zur Siegerehrung. Ein LADA hat es leider nicht unter die TOP 3 geschafft. Vielleicht beim nächsten Mal. Die BöFis haben ja mit soviel Zuspruch wohl nicht gerechnet und wollen dies wohl nächstes Jahr wiederholen – ich bin gespannt. Leider war diese Veranstaltung zum zeitigen Nachmittag schon wieder vorbei und ich hatte das Glück, im 2105er BOHSE-Eurostar zurück nach Dresden mitfahren zu dürfen. Trotz komplett geöffnetem Fahrzeug zwecks Cabriofeeling und dem 1200er LADAherzen unter der Haube ging es flott über die Autobahn. Und den einen und anderen Teilnehmer konnten wir sogar überholen! Und so war dann der schöne Tag ebenfalls wieder zu schnell vorbei – aber alle freuten sich auf ein Wiedersehen und das ist die Hauptsache!

Mit bestem LADAfahrergruß verbleibt Euch Euer rasender Reporter Tamás aus Dresden! Ebenso wünsche ich schonmal einen guten Jahreswechsel und auf ein Wiedersehen im Januar im Zabeltitz!