Am 17.05.2007 war es wieder soweit, es ging los in Richtung Down Under , endlich konnte Tochter Joanna Australien live erleben, nicht nur Bücher vorlesen oder Bilder zeigen. Nach einem entspannten Flug nach Perth nahmen uns unsere Freunde Les und Helen am Flugplatz in Empfang. Die Anreise von fast 23 Stunden inklusive aller Formalitäten kostete Tribut, wir schliefen bis 14 Uhr (2 PM).

 

Trotzdem frühstückten wir australisch mit Baccon and Eggs. Sue kam zu Besuch, ein großes „hello“ nach zwei Jahren bzw. 6 Jahren für meine Frau Petra, aber es fehlte etwas, leider konnten wir ihren Mann Brian, unseren Freund, nicht begrüßen er starb 4 Wochen vor unserm Abflug. Wir wollten Joanna das Meer zeigen und fuhren nach Hamelin Bay an den Indischen Ozean, sie hüpfte vergnügt am Strand entlang und wollte schon jetzt nicht mehr weg von hier. Les hat extra einen Kindersitz in seinen Niva gebaut damit wir Joanna auch hier sicher „transportieren“ können

Am nächsten Tag fuhren wir zum „White man park“ damit Joanna Kangaroos und andere australische Tiere Live und aus der nähe sah, sie war begeistert, Koalas, Wombats und Kangaroos streicheln lässt Kinderherzen höher schlagen.

Wir hatten in diesem Urlaub noch mehr vor und mussten uns die nächsten Tage um die Vorbereitungen kümmern. Wir stöberten noch etwas in den Outdoor-, und Angelshops von dessen Größe und Angeboten wir in Deutschland nur träumen können.

Für den Trip tauschten Les und ich die Autos, da mein UTE ( Pick up) nur für zwei Personen zugelassen ist.

Ebenfalls stellte er uns seinen Campertrailer (Campinganhänger) zur Verfügung.

Mit allem nötigen ausgerüstet machten wir uns am 22.05.2007 auf den Weg Richtung Norden. Das erste Etappenziel Lancelin erreichten wir am Nachmittag, wir bauten unser Camp auf und genossen die Ozeanluft beim Strandsparziergang. Papa kochte Nudeln und Steaks , Joanna entwickelte einen großen Appetit , was den ganzen Urlaub anhalten sollte, sehr zu unserer Freude.

Am nächsten Tag brachen wir auf in Richtung Cervantes zu den Pinnacles, ursprünglich hatte ich geplant über den Nambung National Park zu fahren, eine schöne Piste entlang am Ozean, leider riet uns der Campingplatzbesitzer davon ab, da nach Gezeitenstand und Witterung die Piste mit Anhänger schlecht zu befahren sei. Aus Sicherheitstechnischen Gründen und Rücksicht auf unsere jüngste Begleiterin, entschlossen wir uns für die gemäßigte Abkürzung über Dirttracks vorbei an Farmland etwas weiter im Landesinneren.

Die Pinnacles fand Joanna toll denn hier konnte man klettern ?, ...“Misses übervorsichtig fängt plötzlich an zu klettern und die Felsen zu erkunden“ ?, sie wird selbständiger, Australien schien ihr gut zu tun , nur weiter so. Auf dem Weg nach Port Denison spielten wir noch ein bisschen in Dünen so weiß wie Schnee, so hell dass es sogar in den Augen blendet. Übernachtet haben wir auf dem Big 4 Campground , direkt am Ozean.

Gegen 7 PM klingelte das Telefon, mein Chef , auf der Suche nach ein paar Motorteilen die nicht mehr da sind wo sie eigentlich hingehörten. Es sollte diesen Urlaub nicht der einzige Anruf sein, so was nennt man Einsatz für den Job oder ?

In Geralton füllten wir die Vorräte auf, dann ging es weiter in Richtung Norden , am Billabong Roadhouse übernachteten wir , leider, ich hätte schon 40 km früher an einem schönen Roadside stop anhalten sollen. Doch um weiter zu fahren war es zu spät. Das Motel mit angrenzendem Campground ist nicht der Hit, entgegen meinen Erfahrungen an solchen Roadhouses war das Personal sehr unfreundlich und das Essen auch nicht gerade gut.

Am nächsten Tag verließen wir den Campground fluchtartig ohne Frühstück , das holten wir 60 km weiter am Overlander Roadhouse nach, ein Super Frühstück von freundlichem Personal. Dann bogen wir ein zum Shark Bay National Park, es war nicht mehr weit bis Monkey Mia. Vorher machten wir noch einen Zwischen Stop am Shell Beach , Drillionen von kleinen weißen Muscheln haben sich hier angesammelt, in den frühen Pioniertagen wurden diese hier abgetragen und als Baumaterial benutzt.

Über Denham fuhren wir weiter bis zum Monkey Mia Touristresort , Campingplatz an der Meerseite 35,-$ „Schluck“ was tut man nicht alles für die Kid´s. Wir bekamen noch Plätze auf einem Ausflugskatamaran, die Tour sollte ca. 1 Stunde dauern, sie dauerte dann drei weil der Skipper noch ein bisschen Segeln wollte, wir fanden es toll.

Vormittags zwischen 7 und 11 Uhr kommen die Delphine zum Strand um sich ihren Fisch abzuholen. Joanna durfte gleich einen füttern, ein für sie wohl unvergessliches Ereignis. Am Abend wurde am Strand relaxt, es ist nicht viel los, wir genossen unseren Drink und Joanna baute Sandburgen, kaum drei Meter weg schwamm ein Delphin mit Jungem an ihr vorbei, so was ist mit Worten kaum zu beschreiben. Für den Sonnenuntergang gingen sogar die Wolken mal zur Seite.

27.05.07

Wir packten zusammen denn in ein paar Tagen sollten wir wieder ca. 2000 km nordöstlich sein, für ein Treffen mit unseren Freunden , ein langes Wochenende Bushcamping. Bevor wir in Monkey Mia aufbrachen machten wir noch einen Camelride am Strand entlang, Joanna saß ganz vorne und ist die „Chefin“. Wir fuhren noch in den Perison NT zur Blue Lagoon, es ging ca 12 km über eine Sandpiste durch Buschland.

Eigentlich sollte man „ohne“ Camperanhänger da hin fahren , sagte das Schild am Eingang.

„Was soll´s vielleicht können wir ja da übernachten“, also ließ ich den Anhänger dran, „der ist ja klein“ außerdem fuhren wir ja Niva 4WD, ich ließ die Luft auf den Rädern ab bis ca. 1 bar. Wir kamen gut vorwärts , bis zu einer harmlosen Tiefsandpassage, ich hatte nicht aufgepasst mit dem Ergebnis dass sich der Niva eingrub.

„hoffentlich kommt jetzt keiner , welche Blamage“ . Wir hängten den Anhänger ab, fuhren den Niva raus, zerrten und drückten am Anhänger, „Niva wieder dran, seitlich raus, Anhänger drehen, im Bush abstellen, Anhänger wieder ab und stehen lassen“ . Wir fuhren dann mit dem Niva bis zum Ende, zum Glück ließen wir den Anhänger zurück, denn zwei Auffahrten zum Dünenkamm waren mal wieder mit tiefen Löchern übersät. Für „Nivas mit Hänger“ nur mit großen Mühen zu bewältigen, leider ist es so dass viele mit ihren großen Geländewagen nur mit dem „Gasfuß“ denken und zu faul sind die Luft auf den Rädern abzulassen.

„Normal färhrt man Dünen rauf und runter ohne Tiefe Löcher zu graben“. Wir haben den Anhänger wieder abgeholt und sind fortan ohne Probleme auch durch die Tiefsandpassagen gefahren, „Papa, hat halt diesmal aufgepasst“. Übernachtet haben wir an einer einsamen Bucht „Flowers Camp“ keine Menschenseele die ganze Bucht für uns, Joanna entwickelte sich zur Assistentin beim Kochen und gab Papa Anweisungen was denn alles noch zu tun wäre, nun 4,5 Jahre alt, wo soll das noch enden wenn sie älter wird.?

Am nächsten Tag auf dem Weg nach Kalbarri fing der Motor stark an zu rucken, fühlte sich an wie Zündaussetzer oder Zeitweiser Spritmangel. „Kann denn so eine sch..... Karre nicht mal 3 Wochen fahren ohne dass irgendwas dran ist“ ? NEIN ! Wir halten kurz mitten im „Nirgendwo“ an, leider finde ich das Problem nicht. Nach dem starten lief die Kiste wieder und wir fuhren weiter, doch das Geruckel kam wieder und wir schleppten uns die restlichen km bis zum Kalbarri Campground am Muchison River.

Reichlich genervt beginne ich am nächsten Tag dem Problem auf den Grund zu gehen, Vergaser zerlegen, reinigen, alle Spritfilter wechseln, das Magnetventil vom Doppeltanksystem prüfen, elektrische Benzinpumpe Checken. Bei der Gelegenheit finde ich auch den Grund für den üblen Benzingeruch im Innenraum. Nach beendeter Arbeit besorgte ich mir erstmal einen Karton Bier im Bottelshop. Ich habe dem Niva gedroht wenn er nicht läuft verkaufe ich den ganzen Niva Scheiß und stelle um auf Toyota. Wir blieben drei Tage um etwas zu entspannen , Joanna wollte auch nicht ständig weiterfahren ebenfalls lädt die Gegend um Kalbarri zu einigen Unternehmungen ein. Wir fuhren zum Kalbarri NT , viel Wellblech also wieder Luft runter von den Rädern, trotzdem wurden wir durchgerüttelt , Joanna wollte wandern also auf zu Canyon look out, ihren Unternehmungsgeist wollten wir auf keinen Fall bremsen.

Nun wie das so ist mit dem australischen Bier, da sind die Nächte kurz, denn „ tinke 3 und bringe 6 zu Toilette“. Ich widmete mich in den drei Tagen hin und wieder dem Niva und wurde ein guter Kunde im gegenüberliegenden BP-Hardware Store, während die Mädels am Pool relaxten. Tagsüber in der Sonne ist es recht angenehm aber Nachts kühlte es ziemlich ab wir hatten stellenweise nur 4° C. Nun hier war ja auch Winter mit Tagestemperaturen zw. 15 – 20 C°. auch diese Drei Tage gingen viel zu schnell vorbei und wir brachen auf nach Geralton um unsere Vorräte aufzufüllen

31.05.2007

Etwas außerhalb von Geralton fanden wir einen schönen und netten Campground , die Besitzer kamen vor vielen Jahren aus Dänemark was man immer noch am Akzent hörte. Wie ich feststelle ist es ein Unterschied ob man in der Küstenregion oder im Outback umher reist. Von meinen Reisen durchs Outback weiß ich dass man sehr schnell mit dem Menschen ins Gespräch kommt, ein Kontakt ist in der Regel immer schnell vorhanden.

An der Küste habe ich das Gefühl dass hier die Leute etwas verhaltener sind oder die „Zeiten“ haben sich auch in Australien geändert. Was auf jeden Fall immer für Gesprächstoff sorgte ist unser Niva, anscheinend hatte jeder Australier der auch heute mit einen 4WD unterwegs ist, früher mal einen Niva. Wir verbrachten einen Tag am Strand und Joanna testete aus wie weit sie mit den Wellen gehen kann bis es sie Ordentlich über den Strand spülte, aber sie ist tapfer und weiter gings.

02.06.2007

auf dem Weg zum Treffpunkt fing die sch.... Kiste schon wieder an zu rucken, wir kamen bis zum nächsten Ort das Rucken nervte wirklich und ich bin fest entschlossen, nie wieder Australien in einem Niva . Da alle für das lange Wochenende irgendwo hin gefahren sind hatte auch keine Werkstatt offen die uns evt. weiterhelfen konnte, ich versuchte wieder selbst mein Glück , der Fehler musste irgendwo in der Elektrik zu suchen sein , denn das Kraftstoffsystem hatte ich komplett gecheckt. Irgendwie lief die Kiste wieder, Les war schon auf dem Weg zum Treffpunkt wie wir am Telefon erfuhren. Gegen 14:00h kamen wir am Wubin Roadhouse an. Les traf wenig später mit dem Pajero von Sue ein. Wir wechselten das Zündsteuergerät am Niva und fuhren in Richtung Outback Bushcamp immerhin noch ein paar hundert km. Der Niva lief einwandfrei , dazu aber später mehr, irgendwann bogen wir einfach von der Dirtroad nach links in den Busch ab und schlugen unser Camp auf.

In den nächsten drei Tagen saßen wir gemütlich am Lagerfeuer Frühstückten Bacon and Eggs, oder hatten unser Dinner mit ein paar australischen Bier, beim Bier wurde dann über die Lada Macken und vernünftige Autos diskutiert und gelacht, Les musste an meinem Pick Up das Getriebe tauschen weil er damit liegen geblieben war und nach Hause geschleppt werden musste, früher oder später war das klar, denn das Ding lief immer noch mit dem Eukalyptusholz von der Canning Stock Route Tour 2005. Joanna spielte im roten Sand und sah natürlich entsprechend aus, wir ein richtiges Outback Kind .

Wir unternahmen Tagesausflüge mit den Autos zu alten und neuen Minen , um 1900 gruben hier viele Goldsucher unter Lebensgefährlichen Bedingung ziemlich große Löcher in die Erde. Auch in der Neuzeit Wird immer mal wieder die Erde aufgerissen und nach Misserfolgen einfach so hinterlassen. Ein Beispiel ist ein großer Trichter etwa 50 Meter Tief mit Grundwasser. Drum herum keine große Absicherung einfach nur ein Erdhügel um den Kraterrand aufgeschüttet. Das ist der Nachteil vom Bergbau, ob über oder Untertage auf die Natur wird keine Rücksicht genommen um an den „Reichtum“ zu gelangen, doch das Geld das man selbst als einfacher Mechaniker in den Minen verdienen kann ist zu verlockend um sich nicht an der Zerstörung zu beteiligen, 175 000 $ australische Dollar Jahresgehalt sind drin, ( ca. 106 000,-Euro).

Auch die Tage im Buschcamp gingen wieder zu Ende , zurück in Perth unternahmen wir noch Ausflüge in die Umgebung z.B. zur Pinguin Station , doch die war leider wegen der Brutzeit geschlossen, in einem Park lief uns eine Hündin über den Weg, nach dem Motto „Herrchen gesucht“ , wären wir direkt nach Hause geflogen hätten wir wohl einen Hund mehr.

 09.06.2007

Der Abschied Rückte nähr wir mussten uns von Perth Westaustralien und unsern Freunden Verabschieden Les bekam seine geliebte „green Machine“ wieder und ich musste meine „yellow Rocket“ zurück lassen. Unser Weg führte uns weiter nach South Australia zu unserm Freund Bill, mit dem Flieger bis Adelaide und dann nach Port Augusta., aber diesmal entspannt im Mietwagen,. wir unternahmen Ausflüge rund um Port Augusta und in die Flinders Ranges, bei einer Wanderung zum Devils Peak ist Joanna der Tourguide die Spitze des Berges ist ihr Ziel und das zieht sie auch durch.

Auch die Zeit bei Bill ging zu Ende und wir machten uns auf den Rückweg nach Adelaide wir verbrachten noch eine Nacht auf dem Caravanpark im Bungalow denn im Süden ist es zu dieser Jahreszeit „Sau Kalt“, es war die kälteste Nacht in diesem Urlaub –2°.

Der Rückflug war genauso entspannt wie der Hinflug und am 17.06.2007 landen wir in Frankfurt, zurück in Deutschland, leider.

Wir waren auf dem Einwanderungsbüro um uns genauer über die Einwanderungsbedingungen zu Informierten.

Australien sucht dringend Fachleute aus vielen Bereichen, leider macht die Bürokratie es nicht gerade einfach dies umzusetzen. Da nicht feststeht wann wir wieder kommen können habe ich nach ein paar Wochen beschlossen meinen Niva Pick Up die yellow Rocket zu verkaufen. Les hat dies für mich übernommen und sie inseriert, nach wenigen Tagen war ein Käufer gefunden, kein geringerer als Robin Booth hat nun einen Niva mehr, Robin ist der Niva verrückteste Westaustralier den es gibt, er gehört wohl weltweit zu den Hardcore Nivaristi. Doch das ist schon eine eigene Story wert. Übrigens der grüne Niva von Les lief Monate Lang einwandfrei, bis mich eine Mail erreichte in der er zugab dass das gerucke und gezucke wieder angefangen hat, ein paar Tage später kam dann die Mail mit der Lösung, ein Kabel hatte irgendwo an der Karosse gescheuert und lag nur ab und zu an je nach Last und Temperatur, was die Fehlersuche natürlich nicht vereinfachte, was aber die Lösung war warum er immer wieder eine Zeitlang lief wenn ich nachgeschaut habe, durch das ziehen an Kabel und am Kabelbaum war der Fehler immer weg bis das Kabel wieder in seine Position rutschte.

Die nächste Australientour ist schon im Planung, Joanna will unbedingt den Uluru sehen (Ayers Rock).

Bis bald Joanna, Petra und Frank

See you Down Under

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