Unser IG-Mitglied Horst Retzlaff hatte die Idee und organisierte mit einem Off-Road-Reiseanbieter, der als Scout fungierte, diese Tour. 27. Juli 2001 Es war endlich soweit. Seit Wochen schon wurden die Nivas einem gründlichen Check unterworfen, Ersatzteile verstaut, die Ausrüstung für dieses Ereignis noch verbessert und optimiert. Lionel mit seinem Diesel-Niva und wir mit unserem 15 Jahre alten Niva 1600 starteten voller Erwartung in dieses Abenteuer. Erstes Ziel war ein Parkplatz an der Autobahnausfahrt Wayern. Dort trafen wir uns mit den anderen Teilnehmern, die aus dem Norden angereist waren und mit Christoph, der für uns in der Nähe von Miesbach ein italienisches Abendessen und die Übernachtung auf dem "Berghof" organisiert hatte.

Herzlichen Dank an Christoph für diesen perfekten Urlaubsauftakt. 28. Juli 2001 Nach einem gemeinsamen Frühstück fuhren 7 Nivas im Konvoi nach Österreich über Kufstein, Paß Thurn, den Felbertauerntunnel und den Kreuzbergsattel nach Hermargor zum Campingplatz "Flaschberger" , Ausgangspunkt der Tour. Bis Hermargor hatten unsere Nivas schon einige kräftige Steigungen zu überwinden. Hier gesellte sich der 8. Niva zu uns. Beim gemeinsamen Abendessen lernen wir unseren Scout und seine zwei Helfer kennen; es wurde auch der Reiseverlauf besprochen. 29. Juli 2001 Am ersten Tag ging es früh am Morgen auf kleinen Nebenstraßen über die italienische Grenze nach Tarvisio, vorbei am Lago de Predil, mit 14% Steigung über den Predilpaß >1156m< nach Slowenien. Ziel war der Mangart >2200m<. Durch einen Bergrutsch war der Weg samt Brücke verschwunden. Über eine provisorisch geschobene sehr schmale Trasse mußten wir das Tal überwinden - Untersetzung rein und rüber, das war die erste echte Off-Road-Passage. Nun folgte eine schmale, teilweise unbefestigte, serpentinenreiche sehr steile Bergstrecke. Ein grandioser Ausblick in ca. 2000m auf die Bergwelt des Mangart erwartete uns. Die Strecke führte uns wieder zurück nach Italien, wo wir über Maggio unseren ersten abgelegenen romantischen Übernachtungsplatz an einem eiskalten Wildbach erreichten. Schnell waren die Zelte aufgebaut und ein äußerst erfrischendes Bad wurde genommen. Das Wasser war sooooo ...-kurz-.

30. Juli 2001 Der zweite Reisetag führte uns in Höhen von ca. 2000m auf einem wunderschönen schmalen, kurvenreichen Panoramasträßchen über den Monte Crostis nach San Pietro. Im Tal Frison haben wir eine zünftige italienische Mahlzeit bei Gabriello Bruno eingenommen und unsere Gruppe fotografiert. Weiter ging es mit teilweise deftigen Geländepassagen über Sella di Razzio >1760m< nach Sauris zu unserem Übernachtungsplatz auf einer Sandbank direkt am Lago di Sauris. Die kurze Strecke zwischen dem Örtchen Sauris und der Sandbank am Lago bot eine Menge Niva-gerechte Einlagen. Am Lagerfeuer mit Geschichten und Erlebnissen rund um den Niva ließen wir den Tag ausklingen. 31. Juli 2001 Der dritte Reisetag begann auf einer anspruchsvollen Piste. Mit Steigungen bis 28% verließen wir das Tal. Die Serpentinen waren mit dem Niva gerade so ohne Zurücksetzen zu fahren. Eine Zwangspause wegen einer festgegangenen Vakuumpumpe störte uns nicht. Trotz des Zeitverzugs erreichten wir Ampezzo noch rechtzeitig zum Einkaufen, bevor die Geschäfte schlossen. Mit genügend Proviant an Bord verließen wir nun nach und nach die Berge. Über Meduno erreichten wir das schon mit Spannung erwartete Flußbett des Tagliamento in der Nähe von Splimbergo. Die Fahrt durch das fast einen Kilometer breite Flußbett war eine absolute Herausforderung. Um einen geeigneten Übernachtungsplatz für unsere recht große Gruppe (8 Nivas und 2 Begleitfahrzeuge) zu finden, mußten wir das Flußbett ganz überqueren. Viele verzweigte Wasserläufe mit unterschiedlichen Wassertiefen Fließgeschwindigkeiten und Untergründen erwarteten uns. Nur durch vorheriges Ablaufen der Strecke, Prüfen des Untergrundes und der Wassertiefe konnten wir einigermaßen trocken - manchmal mit etwas erhöhtem Puls - unser Camp für die beiden nächsten Tage erreichen. Wie immer war unser Lager schnell aufgebaut und das verdiente Bad im türkisfarbenen Wasser des Tagliamento war einfach super. Ein romantischer Sommerabend am Lagerfeuer ließ das Essen besonders gut schmecken.

1. August 2001 Der vierte Tag diente nur der Erholung und wurde zum "Spielen mit den Nivas im Tagliamento" genutzt. Fast alle Nivas befanden sich im endlos scheinenden Flußbett. Mancher brachte seinem Auto das "Schwimmen" bei. Schwierige Passagen mit losem Untergrund und recht tiefe Stellen sorgten für den Anstieg des Adrenalinspiegels. 2. August 2001 Der fünfte Tag der Tour führte uns vorwiegend über "normale" Straßen - leider - über Maniago wieder in Richtung Berge, zunächst zum Stausee "Langerone". Hier erwartete uns ein Stausee ohne Wasser. 1963 nahm hier der Berg grausame Rache an der Menschheit. 250 Millionen Tonnen Felsgestein rutschten binnen Sekunden in den See. Die Staumauer hielt, aber das überschwappende Wasser riß in einer Flutwelle über 2500 Menschen in den Tod. Der Ort Langerone wurde völlig zerstört. Weiter ging es nach Belluno und Feltre. Ein Zwischenstopp an einem See bei Arsie wurde zum Schwimmen genutzt. Eine teilweise sehr steile, serpentinenreiche Strecke über den Col Perrer brachte uns zum letzten Übernachtungsplatz am "Fort Leone". Im Zeltaufbau waren wir ja nun schon geübt und schnell saßen wir zum letzten Abendessen beisammen und hatten bis weit in die Nacht hinein viel Spaß mit Marians lockeren "Sprüchen". 3. August 2001 Am sechsten Tag ging nun unsere wunderschöne gemeinsame Reise zu Ende. Der Passo di Mangan war ein letzter Höhepunkt, hier verabschiedeten wir uns von unserem Scout. Die Heimreise erfolgte über Ora, einzeln, bzw. in kleinen Gruppen.

Wir waren eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, 16 bis 55 Jahre alt. 8 Nivas, 5 Frauen, 9 Männer haben sich harmonisch zusammengefunden. Die meisten von Ihnen haben sich vorher nicht gekannt, jedoch sofort gut verstanden. Einige Probleme und Pannen haben wir vorbildlich gemeistert - nach unserem Motto "gemeinsam sind wir stark". So wurden defekte Kühlschläuche geflickt bzw. ausgetauscht, Zündkerzen gewechselt, eine Unterdruckpumpe ausgebaut (der Niva fährt auch ohne) und ein im Tagliamento zu Bruch gegangenes Vorderachsdifferential ausgebaut um den Niva wieder "heimfahrtauglich" zu machen. Auch Sonnenbrände wurden erfolgreich behandelt. Niemand hat eine Werkstatt gebraucht und alle sind wieder gut zu Hause angekommen. An dieser Stelle möchten wir uns besonders bei unserem Horst bedanken, der diese Tour mit viel Engagement möglich gemacht hat. Danke an alle Beteiligten für ihre Disziplin und Kameradschaft, die zum erfolgreichen Gelingen der Reise beigetragen haben.