Hallo Nivistis,

Im Herbst vorherigen Jahres erwarb ich bei Markus Pfeffer das Roadbook Polen / Szczecin. Aber immer wenn ich fahren wollte, kam etwas dazwischen. Da erhielt ich von Markus eine email in der er sich erkundigte, ob ich schon eine der drei Touren in Angriff genommen habe. Also dachte ich mir, hoch den Hintern und rein ins Auto! Nun gab es aber das Problem, das ich zwar am Wochenende frei habe, aber dieses schon für Karenz verbucht war. Ihr kennt das sicher, zwei Dinge auf einmal gehen nicht, außer beim Überaschungsei, da sind's sogar drei (Spannung, Spiel und Schokolade).

 

Das Problem löste ganz unkompliziert mein russisches Motorrad mit einem Kardanwellenbruch und der Ersatzteilhändler wohnt nur 30km vom Startpunkt der Tour 1 in Polen entfernt. In zwei Wochen will ich mit diesem Wunder stalinistischer Technik wieder nach Kreta, also Priorität 1.

Spaten, Bergezug und Gurt fahren ja immer im Auto mit, nur noch Roadbook und GPS Gerät geschnappt, auf ging die Rundreise durch die polnische Kulturlandschaft.

Schon kurze Zeit nach verlassen des Startpunktes tauchte der Niva im Wald ein und rumpelte die idyllischen Wege entlang es ging über Stock und Stein, durch Wälder und Felder, an kleinen Seen vorbei 120km immer den Anweisungen des Roadbookes folgend. Hasen und Rehwild flüchteten mit Panik im Blick wenn sie den Niva bemerkten. Da wir Frühling haben waren gerade die Wege durch die Felder mit allerhand Tücken gespickt. Eben noch staubtrocken, verwandelten sie sich in tiefe Schlammlöcher mit Treckerrillen als Kompott und wer mich kennt weiß, ich bin kein Feigling!

Einige Male setzte sich jedoch gesunder Menschenverstand durch, die Vorstellung irgendwo meilenweit entfernt einen Trecker zu organisieren, der einen rauszerrt, war einfach nur unschön. Das Fazit war, es erwischte mich genau zweimal. Beim ersten Mal war alles wie es sich gehört, der Niva lag noch nicht mit dem Bodenblech auf und ein dicker Baum stand nah und günstig. 10 Minuten später war der Bergezug und der Gurt verstaut und es ging weiter mit der Tour. Unterwegs kam ich an kleinen Waldseen vorbei die zur Rast einluden, aber wir Dachse sind ein rastloses Volk. Dann kam sie die Stelle, ich sah schon von weitem, dass Wasser in der Fahrspur und fasste denn Entschluß nein, da nicht lang! Kurzer Halt, Untersetzung und Sperre rein und 50m rechts neben dem Weg übers Feld. Es kam wie es kommen musste, 50m waren zu wenig und das Fahrzeug versackte bis zum Bodenblech. Na Prima, mitten auf einem Feld, der nächste Baum weiiiiit entfernt, aber es war noch zu toppen. Ich hatte beim ersten fest fahren den Spaten stehen lassen. Nachdem ich mich eine Weile lautstark selbst beschimpft habe, biss ich in den sauren Apfel und machte mich an die Bergung. Der Niva wurde im wahrsten Sinne des Wortes per Hand freigeschaufelt und mittels Wagenheber soweit gehoben, dass ich die Räder mit Holz und Reisig unterfüttern konnte, welches ich aus dem Gebüsch 100m entfernt bezog. Es dauerte über 1,5 Stunden wieder vom Feld zu kommen, das Auto und ich waren gründlich mit Schlamm überzogen, jedoch hatte ich denn Feldabschnitt noch weiter rechts fahrend überwunden, zum waschen gab es ja diese schöne große Pfütze auf dem Weg.

Als Fazit dieser Offroadtour kann ich jetzt dem Markus einen Dank für die geleistete Arbeit aussprechen und hoffe, dass ich nicht der Einzige bin, der diese Strecke dieses Jahr bewältigt.

Marco

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