Nach den langen durchgeschraubten Wintermonaten war es am 12.04.2003 endlich wieder soweit, der 1.Lauf zur Deutschen 4-Stunden-Offroad-Meisterschaft wurde ausgetragen.

Lionel und meine Wenigkeit waren bereits am Vortag auf dem Gelände eingetroffen, um die Konkurrenz ein wenig unter die Lupe zu nehmen.

Uns wurde ganz schnell Angst und Bange beim Anblick dieser Übermacht.

 

Nachdem wir am Abend ein gemütliches Lagerfeuer veranstaltet hatten, begaben wir uns in die Zelte, ohne zu ahnen, was uns diese Nacht noch bringen wird. Die Temperatur sank, je später es wurde, auf sogenannte "5 cm", anders gesagt unter Null Grad. Als wir die ganze Nacht damit verbracht hatten, uns immer mehr anzuziehen, waren wir froh, als es endlich Morgen wurde und der Start immer näher rückte.

Nach einem mehr oder weniger ausgiebigem Frühstück rückte die Zeit näher und mir wurde schlecht, wie vor jedem Rennen.

Die Anspannung war kaum auszuhalten. Wird der Wagen halten oder wird wieder irgend etwas abbrechen oder abfallen oder irgend was anderes kaputt gehen, auf das wir nicht vorbereitet waren. Auch Dimitri hatte sich ein Auto aufgebaut, um am Lauf teilzunehmen. So waren wir 3 Niva's, die das Rennen bestreiten wollten.

Nach der Fahrerbesprechung ging es endlich los zur Einführungsrunde. Und, wie sollte es anders sein, war mir immer noch schlecht. Schon in dieser Runde war ich umzingelt von mehreren Toyota, Mercedes und Mitsubishi, die richtig nach Geld und Profi aussahen.

Als wir die Einführungsrunde nun ohne Schaden überstanden hatten, konnten wir uns endlich am Start aufreihen. Und mir war immer noch schlecht. Es ging los: Motor aus, Flagge fiel und dann das bange Gefühl, springt er an oder nicht. Aber das Glück war auf unserer Seite!

Lionel und ich wollten gleich nach dem Start so viele Plätze wie möglich gut machen. Die Strecke war äußerst schnell, mit bloß 2 kleineren Wasserlöchern und unheimlich staubig. Es gab einige lange Geraden, die wir im 4. Geländegang mit 100 km/h entlang fegten. Nach einigen Runden konnte uns keiner mehr bremsen. Wir fuhren wie vom Teufel besessen!

Dimitri hatte leider zwischendurch einige Probleme mit dem Motor, bekam es aber immer irgendwie wieder hin.

Runde um Runde kamen wir unserem Ziel immer näher und unsere Autos liefen wie ein Uhrwerk. Da die Strecke diesmal ziemlich schnell war, fuhren wir mehr Runden wie sonst und mussten so zwischendurch tanken, da unsere russischen Gesellen sehr durstig waren. Die Einen mehr, die Anderen weniger. Da mein Motor die Ansaugluft im Innenraum zu sich nimmt, hatte mein Beifahrer Jens schon nach einigen Runden furchtbare Schmerzen in den Gesichtsmuskeln, weil er sich vor Lachen kaum halten konnte, wenn ich Vollgas gab.

Lionels Beifahrer Knut hatte dagegen mehr mit seinem Harndrang zu kämpfen, so dass Lionel eine Runde allein fahren musste, während Knut sich erleichterte.

Als sich die 4 Stunden nun dem Ende näherten, hatte Dimitri noch Pech. Er hat sein Auto am Ende der langen Geraden umgeschmissen. Ihm ist glücklicherweise nichts passiert, nur der Lada hat einige Blessuren erlitten. Er konnte leider das Rennen nicht beenden. Trotzdem Respekt!

2 Sekunden bevor die 4 Stunden zu Ende waren, überfuhren wir die Start-/ Ziellinie und konnten somit noch eine weitere Runde hintendran hängen. Das nutzten wir natürlich aus, um noch einmal richtig die Sau rauszulassen. Das hatte zur Folge, das uns beim Zieleinlauf noch keiner erwartet hatte und auch somit kaum Fotos entstanden sind.

Wir waren tierisch froh, dass unsere Autos durchgehalten hatten, so dass wir von 48 gestarteten Fahrzeugen den 14. und 15. Platz belegt haben. Das ist ein sehr großer Erfolg für die Lada-Niva-IG und die Marke Lada. Die Siegerehrung fand danach auf der Leipziger Messe am AvD-Stand statt.

Über den Verlauf dieses Rennens waren wir alle sehr glücklich, da wir wieder einmal beweisen konnten, dass das Auto ein sehr gutes Potenzial hat, um solche Rennen zu bestreiten. Oder um es mit den Worten eines Mercedes G- Fahrers zu sagen, der mit uns fuhr:

„Die Nivas waren so schnell, dass man stellenweise nicht an Ihnen vorbei kam.“

Damit möchte ich meinen Bericht beenden und noch hinzufügen, dass ich es bedauere, dass die Teilnahme der Zuschauer aus IG-Kreisen leider deutlich abgenommen hat. Ich hoffe aber, dass uns das nächste mal wieder mehr Fans unterstützen.

Trotzdem einen ganz, ganz großen Dank den harten Jungs, die uns am Streckenrand beistanden.

Wir sehen uns zum 2. Lauf!

Euer Kampfsautreiber Marian