Am 18. November war es endlich wieder soweit. Wir, mein Beifahrer Marco und ich, machten uns auf den weiten Weg nach Sachsen ins 620 km entfernte Neiden bei Torgau. Dort fand nach dem Ausfall des zweiten Laufes und nach Terminverlegung, der 3. Lauf am 19. November 2005 auf einem Moto Cross und Enduro Gelände statt.
Da das Wetter und die Temperaturen nicht gerade zum Zelten einluden, zogen wir vor uns ein Fremdenzimmer zu nehmen. Nach ca. 9. Stunden Fahrt mit viel Regen und auch Schnee trafen wir am späten Nachmittag in Loswig, wo wir nächtigten ein. Für 15 Euro inkl. Frühstück pro Person kamen wir günstig und gut unter.

 


Am Abend bevor es ganz dunkel wurde, wollten wir unbedingt noch die Elbe sehen, was nach durchkreuzen der Stadt Torgau auch gelang. Genau  unter dem Schloss Hartenfels fand sich ein Parkplatz. Nach kurzer Besichtigung der Umgebung kehrten wir im alten Zollhaus ein. Dort bekamen wir zu moderaten Preisen ein tolles Mahl.
Nach einer warmen, erholsamen Nacht und gutem Frühstück, machten wir uns bei frostigen Temperaturen auf nach Neiden. Dort wartete schon unser Marian mit seiner Kampfsau. Das Starterfeld war stärker den je. So weit das Auge reichte nur top aufgebaute Wagen. Die vielen alten vom Rost zerfressenen Autos fehlten gänzlich. So waren nur 35 Teilnehmer nach Neiden gekommen. Davon nahmen dann 33 teil. Auch hier merkt man ganz deutlich das die Geldbeutel der meisten immer leerer werden. Allein die 100 Euro Stargeld sind  kein Pappenstiel. Somit entwickelt sich diese Renn-Serie immer mehr in Richtung Profi Sport.
Natürlich kamen wieder viele Mitglieder der IG zum zuschauen und anfeuern.  Wie immer unser Service- Mann Marco Ließ aus Berlin, Marcus Pfeffer mit Schwester Katja und Begleitung, Uwe Nebelung aus Jeetze mit Fan- Club, Patrick Bleil aus Leipzig und Andre mit Nachwuchs aus Nossen.


Schon im Prolog merkte man das die Strecke in dem aufgeweichten Zustand einiges an Leistung schluckte. Schnelle lange Geraden suchte man vergebens. Die Streckenführung war sehr technisch und hatte mehr den Charakter eines Trials auf Zeit. Der zum Teil zähe, tiefe Schlamm und die langen mit Stufen und Kanten versehenen Steilhänge, die tiefen und ewig langen Wellblech und Verschränkungspassagen im Wald verlangten dem Fahrwerk alles ab. Mit den im Prolog erreichten 18. und 21. Startplätzen gingen wir um 11 Uhr an den Start.
Diesmal mussten die Motoren vor dem Fall der Startflagge nicht abgestellt werden. Somit war etwas Nervosität weniger vorhanden.
Als die Fahne viel, setzte sich der ganze Pulk in Richtung Steilhang in Bewegung, wie sollte es anders sein, natürlich hatten einige Probleme, den Hang zu erklimmen. Dadurch kam es zum ersten Stau und den ersten Blechschäden, durch die wieder herunter rutschenden Teilnehmer die ins nach folgende Feld einschlugen. Nach dem sich das Feld vor uns etwas entzerrt hatte, nutzten wir die Chance und zogen links vorbei und erklommen den Hang ohne Probleme.

Die Strecke machte richtig Spaß, keine tiefen Wasserlöcher. Ständige Berg und Talfahrten sorgten ab einer gewissen Geschwindigkeit für Kribbeln im Bauch.
Nach einer halben Runde legte sich vor uns ein kleiner Japaner auf die Seite, Geschwindigkeit und Kurvenradius passten scheinbar nicht. Wie sich das gehört hielten wir an und schauten nach ob alles in Ordnung war. Nach dem noch 4-5 Mann zu uns eilten konnten wir den Kleinen wieder auf die Räder stellen und er konnte seine Fahrt fortsetzten. Was als sehr fair und kameradschaftlich zu erwähnen ist: Es warteten alle hinter uns, bis auch wir wieder los fuhren. Das weitere Rennen lief reibungslos und ohne Zwischenfälle ab. Runde für Runde spulten wir ab, lieferten uns mit so manchem tolle Zweikämpfe. Was etwas schade war, wir haben nicht mit Marian/ Jens gegenseitig über die Strecke jagen können. Da Marian/ Jens und wir sehr gleichmäßig fuhren, gab es leider kein direktes Niva-Duell.


Nach ca. 2 Stunden machten wir direkt nach Marian unseren Boxenstop. Radmuttern kontrollieren, tanken und weiter ging es. Die letzte Stunde machte uns dann doch etwas zu schaffen. Die Stoßdämpfer vorne ließen erheblich nach, das Klopfen am linken Vorderwagen (was schon in der ersten Runde auftrat) wurde auch immer schlimmer. Aber da uns unsere Fans an der Strecke klasse anfeuerten, liefen wir fast noch zu Höchstformen auf. Besonders aufgefallen sind die standing ovations von Katja.
Auch am Sprungtable wurde man so langsam übermütig und verließ schon mal die Erde. Aber das schönste war, das beide Nivas die 4 Stunden ohne nennenswerte Schäden durch gehalten haben. Somit konnten wir dem 10. und Marian/ Jens dem 11. Platz in der Tageswertung nach hause fahren. In der Jahreswertung belegten wir beide den 15. Platz.
Ein besonderes Dankeschön gebührt unserem Marco aus Berlin, der beide Niva- Besatzungen beim Boxenstop tatkräftig unterstützt hat. Auch die Bilder die er als einziger machte, können sich sehen lassen.
Klasse ist auch das Video geworden, was Marcus Pfeffer trotz eisiger Temperaturen filmte.
Für das Jahr 2006 haben wir uns fest vor genommen wieder teil zu nehmen, sofern es der Geldbeutel zu lässt.


Bis dann Euer Lionel