Am 20. Mai veranstaltete der 4x4-Club Leipzig in Tollwitz den ersten von 3 Läufen zur 4-Stunden-Offroadmeisterschaft. Die Strecke befindet sich auf dem Gelände eines Kieswerkes und hatte diesmal eine Länge von ca. 7 Kilometern.

Von der IG waren 3 Fahrzeuge am Start. Natürlich waren Lionel und Marian mit ihren bewährten Kampfmaschinen dabei. Für meinen Bruder und mich war dies das erste Rennen überhaupt. Außerdem war noch ein weiterer Niva vom Leipziger Club am Start.

 

Am Freitagabend trafen wir gemeinsam mit André aus Nossen an der Rennstrecke ein, wo Lionel, Manfred und Marian bereits ihr Lager aufgeschlagen hatten. Da die Sonne zum Zeitpunkt unseres Eintreffens schon untergegangen war, war an eine Besichtigung der Strecke nicht mehr zu denken. Nachdem der Wohnwagen in Stellung gebracht worden war, wurde noch ein wenig am Lagerfeuer gefachsimpelt.

Unser Fahrzeug war ein 1996er der auf das unkomplizierte 1600er Triebwerk mit Vergaser und Vierganggetriebe zurückgerüstet wurde. Das Auto wurde von unserem Freund André und seinem Team sehr gut vorbereitet. Wir waren etwas skeptisch wie weit wir mit dem neu aufgebauten Auto kommen würden, da es nur etwa 40 Testkilometer auf André`s Teststrecke und auf einem Offroad-Gelände zurückgelegt hatte. André zerstreute allerdings unsere Sorgen, weil alles sorgfältig vor dem Rollout gecheckt worden war.

Am Samstagmorgen ging es dann ab 8 Uhr zur Anmeldung und der technischen Abnahme, die allerdings nur aus dem Prüfen von Bremslicht, Abschleppöse und dem Vorhandensein eines Überrollkäfigs bestand.

Ab 9 Uhr ging es in loser Reihenfolge an den Start des Prologs, um die Startreihenfolge für das Rennen festzulegen. Lionel legte eine furiose Runde hin, die ihn und seinen Beifahrer Marco trotz einmaligen Verfahrens auf Startplatz 6 mit einer Rundenzeit von 13:44 Minuten brachte. Marian fuhr mit Jens als Beifahrer auf Platz 13 in 14:45 Minuten. Bent und ich fuhren etwas verhaltener und haben uns bei der ersten Runde auch prompt noch zweimal verfahren, so dass wir auf dem 26. Startplatz landeten. Unsere Zeit war 17:00 Minuten. Insgesamt starteten bei diesem Prolog 34 Fahrzeuge. Die Bestzeit von 12:51 Minuten erzielte das Team Stensky auf Mercedes G. Die Strecke präsentierte sich als steinhart getrockneter Lehmschlamm mit vielen Spurrinnen und kurzen Stößen. Dieser Untergrund erwies sich als ziemlich materialmordend für Fahrwerk und Antrieb, die einzige Entspannung waren 2 lange Schotterstücken, die mehrere Sekunden Höchstgeschwindigkeit zuließen. Im Streckenverlauf waren 3 Wasserlöcher eingebaut die unseren Niva maximal bis zur Stoßstange eintauchen ließen.

Nach dem Prolog roch es in unserem Auto stark nach Benzin, so dass erst mal der Tankschlauch zu dichten war. Die andere 2 Autos hatten den Prolog schadlos überstanden. Nach dem die Autos den Prolog beendet hatten wurde das 2-Stunden-Rennen der Quads gestartet. In dieser Zeit haben wir uns die Strecke angeschaut und uns noch etwas mit einem Mitglied des veranstaltenden Clubs unterhalten, der auch einen „Russen“ mit zur Strecke brachte, einen nagelneuen ZIL-LKW den er bei der Berlin-Breslau einsetzen wollte.

Nach und nach trafen immer mehr Mitglieder und Freunde der IG`ler im Fahrerlager zum Unterstützen und Anfeuern der Aktiven ein. Unter ihnen natürlich Lionels Schnelltankwart und Servicecrew Marco Ließ aus Berlin, Patrick mit Vater, Michael, Per; Jörg und Tamas mit Freundin. Damit war die Niva-Fraktion die zahlenmäßig stärkste.

Gegen 13:45 Uhr ging der Aufbau der Startaufstellung mit 2 Fahrzeugen je Startreihe los. Die Startordnung entsprach am Ende auch in etwa dem Ergebnis des Prologs. Lionel hat es in dem Chaos irgendwie in die zweiten Startreihe verschlagen, Marian stand auf seinen Platz in Reihe 5 und uns hat es auch irgendwie zu weit nach vorn gespült in Reihe 11.

Kurz nach 14 Uhr erfolgte der Start des Rennens. In der ersten Kurve nach dem Start haben Bent und ich ein paar Plätze verloren, da wir etwas in die Außenkurve abgedrängt wurden. Wir wollten aber keine Kratzer und Beulen beim Start riskieren und warteten bis wir uns gefahrlos einordnen konnten.

Nach dem ersten Wasserloch sahen wir Lionel am linken Streckenrand im Motorraum bauen und fragten ob wir helfen könnten, er meinte nur, dass sein Motor einen Schluck Wasser bekommen hat und er gleich weiter könne. Wahrscheinlich hatte er die Wasserdurchfahrt zu schnell angegangen und der Luftfilter war nicht hundertprozentig dicht. Nach kurzer Trocknung und Abdichten konnte er das Rennen fortsetzen. Kurze Zeit später kam Lionel wieder an uns vorbeigeflogen. Die erste Rennrunde im hinteren Starterfeld glich mehr einem Gänsemarsch im Gelände, als einem Rennen, da sich das Feld erst mal auseinanderziehen musste. Die Strecke war schon nach dem 2-stündigen Quadrennen ein klein wenig ebener geworden, und wurde während des Rennens immer schneller, da die harten Lehmrillen langsam abgearbeitet wurden. Der Verkehr wurde zunehmend flüssiger und das Fahren machte dann richtig Laune. Wir konnten einige wenige Fahrzeuge auch überholen, mussten aber immer auf die von hinten zum Überrunden heranpreschenden Führenden acht geben.

Zur Halbzeit des Rennens lieferten sich Marian und Lionel ein spannendes Duell.

Irgendwann wollte Marian dann Lionel überholen, wählte dazu aber einen etwas ungünstigen Streckenabschnitt aus. Die Folge war ein Test des Überrollbügels in Marians Auto. Lionel sah im Rückspiegel plötzlich Marians Auto von der Seite, von oben , wieder von der Seite , aber kopfüber und dann von unten, da musste was schief gegangen sein. Er hielt zusammen mit noch einem nachfolgenden Teilnehmer an, half Marian und Jens aus dem Auto. Das Auto wurde mittels Bergegurt wieder aufgestellt und weiter ging es. Dieses Abenteuer hat Marian 6 Minuten gekostet.

Als wir vorbei kamen, stand Marians Niva schon wieder, wir fragten ob alles in Ordnung sei und fuhren weiter. Kurz danach machten wir Fahrerwechsel, weil ich ja auch ganz heiß aufs Fahren war. Dabei checkten wir kurz die Radaufhängungen und weiter ging es. Nach 2 Stunden 50 Minuten und 10 Runden passierten wir letztmalig die Start- und Ziellinie. In der folgenden Runde hing unser Auto plötzlich hinten links runter und es fuhr sich auch etwas seltsam, dass wir doch mal sicherheitshalber anhielten um zu schauen was los ist. Wir fanden die hintere linke Feder auf dem unteren Längslenker querliegend vor?! Wir fanden weiterhin einen lose hängenden Dämpfer einen abgerissenen oberen Längslenker und eine durchtrennte Bremsleitung. Vorsichtig bugsierten wir das Auto in eine Verschränkung, um die Feder wieder an ihren Platz zu stellen, dann rollten wir langsam zurück ins Fahrerlager. Unser erstes Rennen war damit beendet.

Kurz nach uns traf dann auch Lionel im Fahrerlager mit zerbeultem Auto ein. Bei ihm hatte eine vordere Antriebswelle den Dienst quittiert. Beim erneuten Schwung holen vor einem steilen Anstieg mit seinem jetzt nur noch hinten angetriebenem Niva drückte ihm ein Range Rover noch die Heckklappe ein. Er beendete das Rennen mit einer Zeit von 3 Stunden 11 Minuten und 13 Runden.

Marians verbeultes Auto mit gesplitterter Frontscheibe war der einzige Niva der das Rennen nach 4 Stunden beendete. Er fuhr 16 Runden in 4 Stunden 4 Minuten.

Der vierte Niva war nach 3 Stunden 34 Minuten mit 9 Runden ausgefallen. Er hatte mit dem linken Vorderrad einen großen Stein getroffen.

Nach dem Rennen haben wir bei unserem Auto erst mal eine Schadensaufnahme durchgeführt, wobei sich zeigte, dass die Kolbenstange des Dämpfers aus dem oberen Befestigungsauge herausgerissen war. Alle anderen Schäden waren nur eine Folge dieses Dämpferversagens. Nachdem Manfred die obligatorischen Fotos fürs Archiv geschossen hatte, wollten wir noch eine Runde mit unserem Straßen-Niva auf dem Rennkurs drehen. Ein plötzlich einsetzender Sturzregen verwandelte die Strecke binnen Minuten in eine aufgeweichte Lehmschmiere. Die im Rennen leicht zu passierenden Anstiege waren plötzlich unpassierbar und wir konnten nicht einmal diese Runden normal zu Ende fahren, da ein 2 Meter hoher Hügel nach einer scharfen Kurve nicht mehr zu erklimmen war.

Nach dem Regen fand die Siegerehrung im Festzelt statt. Jeder war natürlich gespannt, welcher Platz schlussendlich herausgesprungen war. Am Ende waren 34 Fahrzeuge in Wertung. Wir belegte Platz 24, Lionel Platz 15 und Marian trotz Überschlag noch Platz 11. Gewonnen hat das Team Stensky auf Mercedes G mit 20 Runden in 4 Stunden 3 Minuten.

Nach der Siegerehrung ist Marian abgereist, da nach dem Sturzregen das Wasser auch schon in seinem Zelt stand. Lionel , Manfred und Marco machten sich Sonntag Vormittag auf den langen Rückweg in die Pfalz und wir fuhren mit André zurück nach Freiberg .

Das nächste 4-Stunden Rennen soll am 12.08.2006 in Werben stattfinden. Genaue Informationen dazu findet Ihr im Internet unter www.4x4club-leipzig.de. Über zahlreiche Unterstützung aus der IG würden wir uns natürlich wieder freuen.