Am 11.8. organisierte der 4x4-Club Leipzig den 2. Lauf zur deutschen 4-Stunden-Offroad-Meisterschaft in Werben.Das Rennen fand auf dem stillgelegten Teil eines Braunkohletagebaus südlich von Leipzig statt, das vom 4x4-Club für diese als Fahrgelände zur Verfügung.

Veranstaltung angemietet wurde. Dieses Gelände steht sonst nicht

 

Am 11.8. organisierte der 4x4-Club Leipzig den 2. Lauf zur deutschen 4-Stunden-Offroad-Meisterschaft in Werben.Das Rennen fand auf dem stillgelegten Teil eines Braunkohletagebaus südlich von Leipzig statt, das vom 4x4-Club für diese Veranstaltung angemietet wurde. Dieses Gelände steht sonst nicht als Fahrgelände zur Verfügung.

Der Untergrund für das Rennen ist Sand, genauer gesagt eine wüstenähnliche Landschaft, die man wohl sonst in Deutschland eher selten finden dürfte. Häufig ist der Sand lose, so dass man sich viel Leistung zum Vorwärtskommen wünscht.

Zum Rennen traten von der IG Marian Menzel mit Uwe Nebelung als Co, Patrick Bleil mit seinem Vater als Co und mein Bruder Bent und ich an. Lionel konnte leider an diesem Rennen nicht teilnehmen, da er sein Auto von den Auswirkungen des Niva-Treffens noch nicht wieder geheilt hatte. Für Patrick war dies das erste Rennen, für meinen Bruder und mich das Zweite. Patrick hatte sein Auto neu hergerichtet, es präsentierte sich aber noch in relativ seriennahem Zustand. Ich hatte an unserem Fahrzeug einige Schweißarbeiten zur Reparatur und Verbesserung ausgeführt. So gingen wir diesmal mit 4 Stoßdämpfern an der Vorderachse und Old-Man-Emu-Federn ins Rennen.

Patrick, sein Vater und ich reisten bereits am Freitag am frühen Abend an. So hatten wir die Gelegenheit die Strecke bereits mit dem Niva zu erkunden, um für den Prolog am Samstag Morgen besser vorbereitet zu sein. Beim vorherigen Rennen in Tollwitz hatte wir uns ja beim Prolog zweimal im Gelände verirrt und so wertvolle Zeit eingebüßt. Die Strecke bestand aus 2 trialartigen Sandstücken einer langen Tiefsandpassage und mehreren Stücken Schotterweg. Sie ließ sich sehr schnell fahren, was riesigen Spaß machte. Am späten Freitag Abend stieß dann auch Bent zu uns.

Am Samstag Morgen kam Marian aus Gera und wir meldeten uns zum Rennen an. Sein Beifahrer wollte später, kurz vor dem Rennen, eintreffen.

Kurz vor 9 Uhr fuhren wir zum Start des Prologs, dessen Resultat die Startreihenfolge festlegt. Bent und ich starteten als erste und hatten so noch eine staubfreie Runde vor uns. Ich konnte es richtig fliegen lassen, da ich den Streckenverlauf schon kannte. Patrick startete nach uns, Marian wollte auf Patrick warten, da Patrick sein Co für den Prolog sein sollte. Marian gab bei seiner schnellen Runde alles und erreichte den 16. Startplatz mit einer Rundenzeit von 10:07 Minuten, ich kam mit 10:35 Minuten auf Platz 17 und Patrick auf den 26. von 29 Startplätzen.

Unsere Autos hatte den Prolog ohne Blessuren überstanden, nur Marian hat wieder mal seinen linken Spiegel durch zu viel Spaß beim knappen Vorbeifahren an den Büschen eingebüßt. Also konnten wir bis zum Start um 14 Uhr relaxen und haben in Ruhe noch mal das Auto überprüft.

Als es auf 14 Uhr zuging wurde Marian langsam nervös, da Uwe immer noch nicht da war. Kurzerhand wurde ein freiwilliger Beifahrer gesucht, und beim Nachbarteam mit einem VW Iltis gefunden, um die ersten ein zwei Runden mitzufahren und die Zeitmesseinrichtung zu bedienen.

Pünktlich um 14 Uhr wurde das Rennen gestartet, die Meute setzte sich in Bewegung. Die Sichtweite betrug irgendwo zwischen 5 und 10 Meter. Nach einer halben Runde war Marian direkt vor uns und wir konnten ihm gut folgen. Nach der ersten Runde hielt Marian an, um Uwe aufzunehmen. Wir konnten im Feld gut mithalten und wurden nur von wenigen Fahrzeugen überholt. Die ersten 2 Stunden liefen ohne größere Probleme und wir kamen planmäßig zur Halbzeit zum Fahrerwechsel, Nachtanken und kurzem Technik-Check an die Box. Reiko Lantzsch, der als einer der wenigen IG`ler zum Anfeuern und

Fotos machen nach Werben gekommen war, übernahm das Tanken.

Bent und ich schauten unter das Auto. Dort fanden wir einen oberen hinteren Längslenker, der kurz davor war die Befestigungsschraube abzuwerfen, ein völlig zusammengeknülltes Spritzblech im Motorraum vorn links und der Motor hatte sich für eine Standgasdrehzahl zwischen 2500 und 3000 Touren entschieden. Also schnell Längslenker festschrauben, Spritzblech entfernen und weiter ging es mit Bent als Fahrer. Direkt nach uns kam Patrick an die Box zum Nachtanken. Bei ihm war schon ein oberer Längslenker hinten abgerissen, er entschied trotzdem weiterzufahren.

Zwei Runden später röhrte unser Niva plötzlich extrem laut. Nichts wie rechts ran und schauen was los ist. Das Mittelrohr war vom Krümmer abgezogen. Ich nahm einem Lappen und schob es wieder drauf und zog die Schelle wieder gut fest. Das alles bei laufendem Motor, da der Anlasser schon nicht mehr funktionierte. Nach weiteren 2 Runden das gleiche Geräusch, wir entschieden, bis zur Box zu fahren und das Problem dort zu richten. Dort angekommen schaute uns das Mittelrohr bereits hinter der Hinterachse entgegen. Also alles entfernen und mit röhrendem Auto weitermachen. Etwa 3 Runden vor dem Ende wurde unser Schaltknüppel kürzer und taumelte verdächtig in der Schaltkulisse. Wir vermuteten eine gebrochene Getriebebrücke, da wir diese noch nicht verstärkt hatten. Erst mal das Problem beobachten und etwas langsamer weitermachen. Bei der nächsten Vorbeifahrt an der Box sahen wir Marians Boliden dort parken. Irgendwo an der Strecke sahen wir Patrick stehen, wir wollten anhalten, er winkte uns aber gleich weiter. So fuhren wir das Rennen dann noch zu Ende. Wieder im Fahrerlager angekommen fuhren wir unser Auto sofort auf den Trailer, wer weiß ob es noch mal anspringt wenn es erst aus ist. Später kam Patrick mit seinem beschädigten Fahrzeug in der Box an. Bei seinem Auto war später auch noch der zweite obere Längslenker abgerissen, woraufhin ein Dämpfer brach und sich die Hinterachse auf den Weg nach hinten machte und die Kardanwelle auseinander zog. Mit einem frongetriebenen Niva mit runterhängender Kardanwelle war dann sein Rennen zu Ende. Marian war mit leerem Tank stehen geblieben. Er hatte unplanmäßig viel Sprit verbraucht. Für 122 km im Rennen hatte er 86 l gebraucht und damit einen Verbrauch von ca. 70 l/100km eingefahren. Bei unserem Auto sind zum Ende des Rennens Anlasser, Getriebebrücke, rechtes Motorlager, Auspuff, Bremsdruckbegrenzer hinten, Spritzbleche im Motorraum, Längslenkerschrauben hinten und die Lichtmaschine kaputt. Ansonsten ist der Niva noch in gutem Zustand.

Die erzielten Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen, Marian erzielt einen 17. Platz mit 20 Runden in 3 Stunden und 44 Minuten, wir kamen auf dem 19. Platz mit 20 Runden in 4 Stunden und 18 Minuten an und Patrick erreicht den 22. Platz mit 14 Runden von den 29 gestarteten Fahrzeugen. Bei diesem Rennen waren außergewöhnlich wenige Ausfälle zu verzeichnen gewesen. Die Sieg holte sich das Team Süptitz/ Krause auf Mercedes G mit 26 Runden. Reiko Lantzsch stellte freundlicherweise die Bilder zum Text zur Verfügung.

Beim nächsten Rennen am 7.10.2006 in Neiden bei Torgau sind wir natürlich wieder mit dabei. Über zahlreiche Unterstützung aus der IG würden wir uns natürlich freuen. Genauere Informationen dazu findet Ihr im Internet unter www.4x4club-leipzig.de.

Euer Birk Steinbrecher