Am 7. Oktober fand in Neiden bei Torgau der 3. und damit letzte Lauf zur diesjährigen 4-Stunden-Offroadmeisterschaft des 4x4-Club Leipzig statt. Das Gelände wird vom MSC Pflückuff betrieben. Es präsentiert sich als Kombination einer Motocross-Strecke mit verschiedenen trial-artigen Passagen im angrenzenden Waldgebiet.

Die Motocross-Strecke ist vom Profil her ähnlich der Strecke des 4x4 ACL in Lauchhammer, die vielen noch vom diesjährigen Niva-Treffen bekannt sein sollte. Der Untergrund war sandig bis lehmig mit wenig Schlamm, so dass man gut und schnell fahren konnte. Die Streckenführung mit den vielen Sprungtables und engen Kurven kam dem Niva ziemlich gut entgegen, da immer wieder weit herunter gebremst und stark beschleunigt werden musste, so dass wir mit der kleinen Leistung und dem geringen Gewicht unserer Fahrzeuge keine großen Nachteile gegenüber den PS-starken, aber schweren G-Mercedes hatten.

 

Diesmal traten von der Lada-Niva-IG wieder die gleichen Starter wie zum letzten Rennen in Werben an. Marian Menzel fuhr wieder mit Uwe Nebelung als Beifahrer, Patrick Bleil hatte wieder seinen Vater als Co mitgebracht und Bent und ich bildeten die dritte Niva Besatzung. Patrick und wir hatten unsere Fahrzeuge von den Blessuren des letzen Rennens wieder in Schuss gebracht und stellenweise verbessert. Wir traten jetzt mit nachgeschweißten Motor- und Getriebelagern, repariertem Vergaser und neuem selbstsperrendem Differential an der Hinterachse an. Patrick hatte im Großen und Ganzen den Ausgangszustand seinen Nivas wieder hergestellt.

Wir reisten alle schon am Freitagabend an der Strecke an. Aufgrund der vorgerückten Jahreszeit war es schon zu dunkel um noch eine oder mehrere Testrunden zu fahren und so ging der Abend mit einem gemütlichen Essen am Grill zu Ende. Marian war auch schon Freitag gekommen, um sein neues Dachzelt gleich einmal zu testen. Die Bedingungen für einen entsprechenden Test waren gut, da das Fahrerlager überdacht war und Regen nicht zum Problem werden konnte.

Samstag orgen ging es nach der Anmeldung und der Fahrzeugabnahme gegen 9 Uhr zum Start des Prologes. Vor uns startete Marian mit Patrick als Beifahrer zu seiner Qualifikationsrunde. Er erreichte eine Zeit von 6:43 min. Da wir die Strecke noch nicht gefahren waren ließen wir es etwas ruhig gehen und erreichten die Zeit von 6:34 min. Nach uns fuhr Patrick mit seinem Vater eine Zeit von 8:15 min, das bedeutete Startplatz 22 von 24 Fahrzeugen, die am Prolog teilnahmen.

Wir standen beim Rennen auf Startplatz 12 und Marian auf dem 16.Startplatz. Der Schnellste des Prologes war das Team Hildmann/Urner auf Mercedes G mit 4:09 min. Nach dem Prolog berichtete Marian, dass er vor einer der Kurven etwas zu schnell war und fast ins Unterholz gefahren wäre, deshalb die schlechte Rundenzeit beim Prolog. An allen Nivas ging der Prolog ohne Spuren vorüber, was man nicht von allen Teilnehmern sagen konnte. Die Sprungtables animierten zum zügigen drüberfahren, was auch bei einem Teilnehmer zum Kopfstand seines Fahrzeuges führte, indem er nach einem Sprung mit der Stoßstange aufkam. Für ihn war das Rennen schon gelaufen.

Von der IG kamen noch einige Leute mit zum Anfeuern und Zuschauen. Tamas und seine bessere Hälfte nebst Freundin, Reiko Lantzsch (unsere Boxencrew) und Gunnar Fetzer mit Freunden vom 4x4 ACL aus Lauchhammer fanden den Weg nach Neiden.

Gegen 13Uhr 30 ging es zur Startaufstellung für das Rennen. In dem üblichen Durcheinander kam eine Startaufstellung zu Stande, die dem Ergebnis des Prologes ziemlich nahe kam.

Wir standen in der vierten Reihe in der Innenkurve, da es nach dem Start nach rechts einen steilen Anstieg hinauf ging. Unsere Position war also vielversprechend.

Nachdem das Startsignal gegeben war stürmte alles los, nur unser Vordermann in der ersten Reihe (der spätere Sieger) hatte den Start total verpennt, so dass das halbe Feld außen herum vorbei fuhr, bevor wir überhaupt eine Chance hatten loszukommen. Am Steilstück war Stau angesagt, so dass uns gleich ein Suzuki Vitara hinten reingedonnert ist. Die erste halbe Runde steckten wir hinter einem ziemlich lahmen G-Benz fest. Bent gelang es aber bald ihn zu überholen, so dass wir frei fahren konnten. Unser Auto ging unheimlich gut, das Fahrwerk konnte auf dieser Strecke seine Qualitäten noch viel besser zeigen als in Werben, wo nur Sand war. Wir konnten im Verlauf der ersten halben Stunde noch 2 weitere Autos überholen und spulten unsere Runden ohne Zwischenfälle ab. Irgendwann nach zirka einer Stunde sahen wir einen übel zugerichteten Wrangler an der Strecke stehen, der sich in einer Kurve nach Feindkontakt zweimal überschlagen hatte. Nach dem Rennen erfuhren wir, dass die Besatzung mit dem Schrecken davon gekommen war und das größte Problem des Fahrers war: „Warum hat das niemand gefilmt?!!“. Wir konnten Patrick zweimal überrunden. Von Marian haben wir die ganze Zeit nichts gesehen, da er im Startgewühl an uns vorbei fuhr und wir mit ziemlich ähnlicher Geschwindigkeit unterwegs waren wie er. Nach 5 oder 6 Runden passierte mir als Beifahrer ein kleines Missgeschick, indem ich den Transponder, der zur Zeitmessung verwendet wird, aus dem Fenster fallen ließ. Bei der nächsten Runde ließen wir unsere Durchfahrt von Hand durch die Zeitnahme registrieren und schon eine Runde später gaben uns die freundlichen Leute von der Zeitnahme einen neuen Transponder, so dass wir wieder ganz normal unsere Runden zählen lassen konnten. Ein großes Dankeschön dafür an die Organisation vom 4x4 Club Leipzig.

Nach zwei Stunden standen bei uns der Fahrerwechsel und das Nachtanken an. Unser Freund Reiko hielt in der Box schon den Kanister bereit. Das Tanken übernahm er, Bent und ich inspizierten das Auto. Ich sah, dass das Hinterachsdifferential völlig verölt war.

Bei genauerem nachschauen hatten sich alle 8 Schrauben, die das Differential in der Achse halte gelockert, so dass das Öl auslief. Schnell alle Schrauben wieder festziehen und frisches Öl holen. Das neue Öl tropfte trotzdem noch recht schnell aus dem Diff. Wahrscheinlich hatte sich auf der Dichtfläche schon etwas Schmutz angesetzt, so dass keine Dichtheit auf die Schnelle noch zu erreichen war. Wir beschlossen das Rennen zu beenden, da es keinen Sinn machte das neue Selbstsperrdifferential durch Ölmangel zu schrotten. Ich überredete Bent noch dazu, mir noch 3 Runden zuzugestehen, da das Öl nur langsam tropfte und ich ja noch gar nicht gefahren war. Nach diesen Runden war fuhren wir das Auto ohne weitere Beschädigungen auf den Trailer.

Patrick kam, während wir an der Hinterachse schraubten, auch zum Tanken und fuhr dann weiter. Marian drehte auch unbeirrt seine Runden.