Vom 13. Bis 15. Mai fand bei Leipzig die 3. Baja Saxonia Rallye statt. Mit 328 Startern aus 14 Nationen ist sie die derzeit größte Rallye-Raid Europas.

Mitten in diesem Mega-Event waren auch wieder 2 Nivas aus der IG am Start.

  • Team1: Marian Menzel und Ronny Zacke
  • Team 2: Birk und Bent Steinbrecher

Schon beim Gang durch das Fahrerlager wurde schnell klar was für hochkarätige Fahrer und

 

Fahrzeuge für diese Rallye angemeldet waren. Ganze Sattelzüge, beladen mit den Renn-Boliden,waren angereist. Nach den Deutschen stellten die Niederländer die zweitstärkste Kraft. Neben derwie immer starken Mercedes G-Fraktion waren auch viele Prototypen vertreten, wie zum Beispiel die Bowler Wildcat oder die neu entwickelten Lennson CC. Beides sind Fahrzeuge die auf extrem belastbaren Gitterrohrrahmen aufbauen. Beeindruckend waren auch die vielen Renn-Lkw, die mit über 1000 Ps und einem Beschleunigungsvermögen auf Sportwagenniveau die Erde erbeben lassen. Auch waren einige Profi-Teams mit “Rallye Dakar Erfahrung“ am Start. Getrennt von den Geländewagen und Lkw, lieferten sich ca. 160 Motorräder und ca. 30 Quads ebenfalls ein heißes Rennen.

Am Donnerstag begann die Rallye mit dem Prolog. Auf einem ca. 16 Km langen Rundkurs wurde die Startreihenfolge für die erste Etappe am Freitag ausgefahren. Bereits auf dieser kurzen Strecke kam es zu diversen Ausfällen. Marian und Ronny fuhren beim Prolog auf den hammermäßigen 17. Platz. Auch Birk und Bent Steinbrecher erreichten mit einer tollen Zeit einen respektablen 30. Startplatz. Bei rund 120 Startern in der Pkw-Klasse war das ein antastischer Auftakt und zeigte einmal mehr, dass der Niva mit den besten Fahrzeugen in der Rallye-Szene mithalten kann.

Gegen 13 Uhr starteten am Freitag die Pkw gemischt mit den Lkw in die erste Etappe. Die bis dahin vereinzelten kurzen Regenschauer gingen pünktlich zum Start in massiven Dauerregen über. Der ca. 45 Km lange Rundkurs in dem weitläufigen Tagebaugelände wurde zu einer einzigen Rutschpartie. Trotzdem lieferten sich die Fahrer von Beginn an ein spannendes Rennen mit packenden Zwei- und Mehrkämpfen. Spektakuläre Drifts, Seite an Seite, liefen häufig mit Vollkontakt ab. Marian und Ronny fuhren souverän ihre Runden. Die Brüder Steinbrecher hatten leider Pech mit der Technik. Ein Lagerschaden im Verteilergetriebe zwang sie die Etappe vorzeitig zu beenden.

In der dritten oder vierten Runde kam es zu einem schweren Unfall. Ein Co-Pilot, der an einem Steilhang ausgestiegen war, wurde von einem rückwärtsfahrenden Lkw angefahren. Ein dickes Kompliment geht an dieser Stelle an die Organisatoren, den Medical Service und alle Helfer die sofort zur Stelle waren und Hilfe leisteten. Nach wenigen Minuten war auch schon ein Hubschrauber vor Ort um den Verletzten ins Krankenhaus zu fliegen. Da es zu diesem Zeitpunkt wegen der aufgeweichten Strecke schon zu mehreren Unfällen und Überschlägen gekommen war, wurde das Rennen für diesen Tag abgebrochen. Wie am Abend bekannt wurde, geht es dem Verletzten den Umständen entsprechend gut. In die Wertung gingen an diesem Tag nur noch die ersten 2 Runden ein. Marian und Ronny konnten ihr Spitzenergebnis vom Prolog noch einmal unterstreichen und landeten auf dem 16 Platz der Tageswertung.

Aufgrund der Witterungsverhältnisse wurde die geplante Strecke für den nächsten Tag über Nacht umgebaut und stark verkürzt. Dafür wurde die Anzahl der zu fahrenden Runden von 4 auf 6 erhöht. Die entschärfte Strecke bot aber immer noch genügend Raum für ein packendes Renngeschehen. Auch die Steinbrechers waren mit “neuem gebrauchten“ Verteilergetriebe wieder am Start. Leider hatten sie erneut Pech. Das Gleichlaufgelenk zwischen Schalt- und Verteilergetriebe gab nach kurzer Fahrt seinen Geist auf. Vermutlich wurde es schon bei dem Verteilergetriebeschaden am Vortag beschädigt. Während sich das Fahrerfeld durch steckengebliebene Fahrzeuge und technische Ausfälle immer weiter dezimierte, drehten Marian und Ronny zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk ihre Runden. Fast auf die Minute genau fuhren sie Runde für Runde gleichmäßig am Zuschauerpunkt vorbei. Nach einer Tages-Fahrzeit von 4 Std. 17 Min und 11 Sek. kamen sie dann ins wohlverdiente Ziel. Für die Gesamtwertung der Beiden Renntage bedeutete das Platz 27 von ca. 120 Geländewagen. Ein tolle Leistung von Mensch und Material.

Text und Bilder von Markus Pfeffer (IG_063)

noch mehr Bilder...