Es ist noch gar nicht so lange her, da konnte ich aus einer der neuen Mitglieder-Info´s erfahren, daß es im Münchner Raum einen neuen Stammtisch gibt. Dieser wurde von zwei neuen und jungen Mitgliedern der IG ins Leben gerufen, Becci und Tobi, welche ich bereits von 2 Treffen her kannte. Da München, genauer gesagt Dachau, ja nicht einmal ganz 300 Kilometer von zu Hause entfernt liegt, wäre es doch schön, die Beziehungen zwischen den deutschen und den österreichischen Taiga/Niva-Fahrern zu vertiefen. Auch verfolgte ich im Forum die Ankündigungen und begeisterden Meldungen von Teilnehmern und auch die Bilder sprachen für eine sehr gemütliche Runde und so mußte nur ein passender Termin gefunden werden, um auch einmal dabei sein zu können. Bei meinem Arbeitgeber hatte ich noch 2 Tage gut und da zum passenden Termin meine Anwesenheit nicht unbedingt erforderlich war, stand der Termin fest: der März-Stammtisch würde international werden.

 

So wurde kurzerhand Kontakt mit Becci und Tobi aufgenommen, eine Möglichkeit für eine Nächtigung aufgetrieben (nochmals vielen Dank, daß ich bei Euch die Nacht auf der sehr gemütlichen Couch verbringen durfte) und damit hatte ich für meinen Winter-Taiga eine dringend nötige Langstreckentour.

Am Donnerstag, 6. März, ging es bereits um 10 Uhr früh los, da ich auf der Hinreise in Ried im Innkreis einen Zwischenstop einlegen wollte. Da ich nicht nur ein Liebhaber von Lada, sondern auch von Vespa bin, wurde kurzerhand dort der Vespa-Händler besucht, bei welchem auch ein sehr guter Bekannter in der Werkstatt arbeitet.

Nach einem guten Kaffee und einem netten Plausch ging die Fahrt auf der A-8 Richtung Suben/Passau weiter und auch das Wetter besserte sich mit jedem Kilometer.

Ich brachte meinen Winter-Taiga auf Reisegeschwindigkeit, welche bei mir bei material-, verbrauchs- und gehörschonenden 90-95 km/h bei 3.000 Touren liegt, und so ging es gemütlich, aber stetig dem Ziel entgegen. Die Route führte mich zuerst auf der A-8 Richtung Suben, danach die A-3 bis Deggendorf und ab dort die A-92 bis zum Ziel Dachau.

Wie auch nicht anders zu erwarten war, verlief die Fahrt ohne Probleme, darum Reise ich gerne mit meinen Lada, da ist man zumindest von technischen Problemen sicher (hoffentlich habe ich es nicht hiermit verschrien, aber ich hatte in den letzten 7 Jahren auf Langstrecke mit keinem meiner Lada irgendein Problem).

Ich erreichte Dachau gegen 15 Uhr und fand den Treffpunkt für das abendliche Treffen auf Anhieb, natürlich wurde vorher das Auto noch aufgetankt. Hierbei zeigte sich die sehr gemäßigte Fahrweise und die Langstrecke. Mein Single-Point von 1999 hatte sich auf den 300 Kilometer nur 8,03 Liter auf 100 Kilometer genehmigt, dies ist doch ein sehr respektabler Wert und würde sehr viele vorurteilbelastete Mitmenschen verblüffen.

Der Taiga wurde in der Tiefgarage des EKZ-Dachau abgestellt und da mir die lange Fahrt noch in den Knochen steckte, erkundete ich Dachau zu Fuß. Die nahegelegene Gedenkstätte, das ehemalige KZ-Dachau, war hierfür ein perfektes Ziel, um sich die Beine zu vertreten und sich die düstere Vergangenheit wieder vor Augen zu führen. Über den geschichtlichen Hintergrund brauche ich hier natürlich nichts zu schreiben, da dazu jeder im Internet alles nachlesen kann oder auch schon weiß, es stimmt einen jedoch sehr nachdenklich, wenn man über dieses riesige Areal wandert. Die malerische Baumallee inmitten dieser Gedenkstätte steht im völligen Widerspruch zu der grauenhaften Geschichte. Doch es wurden auch wunderschöne Kapellen errichtet, um diesem Platz etwas von dem Grauen zu nehmen.

Doch nun genug von der Vergangenheit, es war noch immer genügend Zeit und so spazierte ich durch Dachau und genoß den Sonnenschein. Der Spaziergang brachte mich an einer Fleischhauerei vorbei und es wurde auf der Stelle getestet, ob der Leberkäse in Bayern genauso gut ist wie bei uns in Österreich. Fazit: Unsere Nachbarn brauchen sich in keiner Weise zu verstecken.

Inzwischen hatte ich auch Tobi erreicht und kehrte zu der Tiefgarage zurück. Wir trafen halbwegs zeitgleich dort ein und so hatten wir schon einmal genügend Zeit, um uns angeregt zu unterhalten und Erfahrungen auszutauschen. Auch Becci kam kurz darauf dazu und so wurde der Garagenparkplatz zu Lada-Sonderschau umfunktioniert.

Weitere Lada trafen ein und so standen nach kurzer Zeit 5 Taiga/Niva ordentlich in Reih und Glied und die Besucher des Einkaufszentrum hatten so einiges zu staunen. Aber ich war nicht der einzige, der an diesem Abend zum ersten Mal an diesem gemütlichen Treffen/Stammtisch teilnahm. Ein Taiga/Niva-Fahrer aus Schwäbisch-Hall, welcher beruflich in Dachau (Umgebung) zu tun hat, wurde im Forum auf das Treffen aufmerksam und kam kurzerhand vorbei und bereicherte die illustre Runde, auch wenn er ohne seinen geliebten Taiga/Niva kommen mußte.

Es wurden dann noch bis knapp 20 Uhr technische Umbauten, geplante Reparaturen, Erfahrungen und Pläne ausgetauscht, dann ging es im Convoy zum nahegelegenen Wirtshaus, um den Hunger mit amerikanischen Spezialitäten zu stillen (nord, mittel und süd). Auf den Tisch kamen Klassiker wie Burger und Rippchen, aber auch eine Art von Eintopf. Dieses Lokal ist auf jeden Fall wieder einen Besuch wert, um auch weitere Gerichte kosten zu können. An dieser Stelle ein großes Danke für die perfekte Wahl des Lokal´s und so verging die Zeit wie im Flug. Wir hatten noch sehr viel Spaß und es wurden auch Pläne für zukünftige Treffen gemacht, unter anderem unser Treffen zu Pfingsten in Molln und das IG-Treffen Anfang August in Stadtoldendorf.

Zu späterer Stunde verabschiedete man sich herzlich und so trennten sich unsere Wege wieder. Auf dem Weg zu Becci und Tobi führte uns der Weg noch über die Altstadt Dachau und deren „Hausberg“. Die Aussicht über Dachau war genial, auch wenn die Fernsicht bis nach München leider durch den Nebel versperrt wurde. Anschließend nahmen wir die letzten Kilometer bis zu Becci und Tobi nach Hause unter die Räder und auch dort angelangt wurde noch einige Zeit geplaudert. Meine zwei Gastgeber mußten nächsten Tag früh raus zur Arbeit, also sagte man sich gute Nacht und legte sich schlafen.

Am nächsten Morgen ging´s früh raus aus den Federn, da Becci früh zur Arbeit mußte, Tobi war bereits zur Arbeit gefahren. Ich verabschiedete mich und bedankte mich nochmals für die Gastfreundlichkeit und so machte sich Becci auf zur Arbeit und ich mich auf den Weg Richtung Heimat.

Der Heimweg führte mich an München vorbei Richtung Salzburg, um über Rosenheim nach Österreich zu gelangen. Ich wählte diesen Heimweg, um auch Dimitri in Stephanskirchen einen Besuch abzustatten. Bei Rosenheim ging´s von der Autobahn runter und der Weg zu Dimitri war schnell gefunden. Seine Firma ist unmöglich zu übersehen, da bereits von Weitem die vielen Taiga/Niva zu sehen sind. Wie die meisten von euch wissen, ist Dimitri ein sehr beschäftigter Mann und so blieb leider nur Zeit für ein paar Worte. Ich unterhielt mich dann noch etwas mit seinem Kollegen und nachdem ich einige Bilder von den nagelneuen Taiga/Niva gemacht hatte, ging es weiter bei herrlichem Wetter.

Der nächste Halt auf meinem Heimweg war bei der Firma Taubenreuther etwas nördlich der Stadt Salzburg, um einen Dachträger von Upracks für meinen Taiga zu kaufen. Ich hatte bereits auf der Messe Absolut Allrad die Möglichkeit, den Dachträger im orig. anzusehen und so war der Entschluß gefaßt, solch einen hervorragenden Träger für zukünftige Reisen anzuschaffen. Leider war der gewünschte Träger nicht auf Lager und so werde ich demnächst einen weiteren kleinen Bericht über genau diesen Träger verfassen.

Da es mit dem Kauf des Trägers nicht geklappt hatte, nahm ich die letzten gut 100 Kilometer unter die Räder. Ich fuhr einige Kilometer hinter einem Defender, dessen Fahrer sein Fahrzeug auch sehr gut verstanden hat, er bewegte sich in genau dem selben Geschwindigkeitsbereich wie ich und so hatte ich einen schönen Offroader vor mir. Der Rest des Heimweg´s verlief problem- und ereignislos und so kam ich am Nachmittag wohlbehalten zu Hause an.

Und nun das Fazit dieses Zweitagestrips: Ich kann nur jedem empfehlen, wenn es sich irgendwie ausgeht, wenn ihn der Weg in diese Richtung bringt oder er (oder sie) nicht zu weit entfernt wohnt, diesen Stammtisch zu besuchen. Die Leute sind einfach nur nett und man hat einen Abend lang viel Spaß, sehr gutes Essen, erfährt sehr viel Neues über Umbauten, Pläne für Reisen usw. kurz gesagt: ein Abend unter Freunden und Gleichgesinnten. Hiermit ist eigentlich alles gesagt und es ist schön zu sehen, daß unser Lada-Nachwuchs, und dazu zählen Becci und Tobi, mit so viel Elan, Begeisterung und Tatendrang die Gemeinschaft der Lada-Fahrer stärken. Nun liegt es an uns, diese Bemühungen zu würdigen, indem wir wenn möglich den Stammtisch besuchen. Was mich betrifft, war es nicht das letzte Mal, es war jeden einzelnen der 688 Kilometer wert und so wie es aussieht, werde ich bereits im April wieder am Stammtisch teilnehmen.